Eine Hand hält ein Smartphone hoch. Auf dem Display und im Hintergrund spiegeln sich schillernde Farben, ähnlich wie in einem Kaleidoskop

Digitale Souveränität – was bedeutet das jetzt und in Zukunft?

Der kompetente Umgang mit digitalen Medien, Fake News, Assistenzsystemen, Big Data, Social Bots oder digitalen Schatten ist bereits heute eine wichtige Voraussetzung für handlungsfähige, souveräne Menschen – eine Entwicklung, die sich in Zukunft weiter verstärken wird. Doch wie können wir alle digital souverän werden und bleiben?

Gemeinsam mit dem Institut für Innovation und Technik (iit) wollen wir dieser Frage nachgehen. Unser Ziel: Wir wollen Möglichkeiten identifizieren und Lösungen aufzeigen, die die Menschen dabei unterstützen, digital souverän zu werden und zu bleiben. Dies gilt für jüngere ebenso wie für ältere Menschen, im beruflichen ebenso wie im privaten Leben. In unserem Projekt Smart Country legen wir einen besonderen Fokus auf dieses Thema, da gerade ältere Menschen auf vielfältige Weise von digitalen Angeboten profitieren können und so möglichst lang ein selbstbestimmtes Leben führen können – vorausgesetzt, sie sind digital fit.

Was verstehen wir unter digitaler Souveränität?

Souveränes Handeln bedeutet, das eigene Leben selbstbestimmt zu gestalten und die Konsequenzen des Handelns einschätzen zu können. In einer digitalen Gesellschaft gilt vergleichbares: Digitale Souveränität bedeutet, digitale Technologien zu verstehen und kompetent nutzen zu können. Es bedeutet weiterhin, die Chancen und Risiken, die Folgen und Implikationen des eigenen Handelns in der digitalen Welt zu verstehen und einschätzen zu können.

Dabei die Menschen da abzuholen, wo sie stehen, ist eine wichtige Grundvoraussetzung. Viele Projekte und Initiativen gerade auch in ländlichen Räumen zeigen, wie besonders die älteren Generationen von digitalen Anwendungen profitieren können – beispielsweise das Projekt Cognitive Village in Elsoff. Oder im Projekt Smart Country Side in Ostwestfalen-Lippe: Hier werden ehrenamtliche “Dorf-Digital-Experten” geschult, die vor allem die älteren Generationen in den Dörfern beim Umgang mit digitalen Medien unterstützen.

So verschieden die Erfahrungshorizonte und Lebenswelten von jüngeren und älteren Menschen, in der Stadt oder auf dem Land aber auch sein mögen – für uns alle gilt, dass die Schnelllebigkeit des digitalen Wandels zwangsläufig dazu führt, dass reines Bedienungswissen bereits in kürzester Zeit veraltet ist. Und dass wir heute noch nicht wissen, was wir in der Zukunft wissen und lernen müssten.

Bedienungswissen allein reicht nicht!

Für unsere geplante Studie, die Anfang Mai veröffentlicht wird, bedeutet dies, dass der derzeitige technologische Stand als Grundlage nicht ausreicht. Die Vermittlung von kurzlebigem Bedienungswissen neuer digitaler Anwendungen greift zu kurz. Vielmehr muss es auch darum gehen, sich Orientierungswissen anzueignen, das die Nutzung und Beurteilung nicht nur aktueller, sondern auch zukünftiger Technologien ermöglicht.

Der Blick in die Zukunft – spannend, aber auch nicht ganz einfach. Neben verschiedenen Digitalexpert*innen wurden in den letzten Wochen und Monaten auch Vermittler*innen von digitalen Schulungsangeboten interviewt. Im nächsten Schritt möchten wir im Rahmen einer Zukunftswerkstatt gemeinsam mit interessierten Seniorinnen und Senioren digitale Trends diskutieren und Anforderungen an zukünftige Bildungsangebote entwickeln.

Interessiert mitzumachen?

Die Zukunftswerkstatt „Digitale Souveränität älterer Menschen“ findet am 7. März 2019 von 14 bis 18 Uhr in Berlin statt. Interessierte können sich hier anmelden: Julian Stubbe (stubbe @ iit-berlin.de, Tel.: 030 310078-5568; die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt). Hier finden Sie das Programm der Zukunftswerkstatt (pdf).

 

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Foto: unsplash-logoRodion Kutsaev



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