Der Markplatz in Angermünde. Im Zentrum des Fotos steht ein altes, weißes Gebäude, das aber hübsch renoviert wurde.

Walkshops in Brandenburg: Leerstände für neue Projekte erkunden

Mit modernen Arbeits- und Lebenskonzepten versuchen Dörfer und Kleinstädte Bürgerinnen und Bürger für das Leben auf dem Land zu gewinnen. Insbesondere die Digitalisierung bietet für die Stadt-Land-Integration einige Chancen. In Brandenburg wurden nun in zwei Kommunen sogenannte Walkshops durchgeführt, um gemeinsam mit Zivilgesellschaft und Wirtschaft neue Ansätze zu initiieren.

In einem Wechsel von Walk & Talk wurden in Herzberg/Elster und Angermünde einen Tag lang Inhalte und Formate vorbereitet und moderiert, damit sich alle Beteiligten in offenen Settings kennenlernen und ins Gespräch kommen konnten. Mit dabei waren landinteressierte Bürgerinnen und Bürger aus Berlin sowie Mitglieder aus dem Netzwerk Zukunftsorte, darunter Netzwerker*innen, Start-ups, Immobilien- und Projektentwickler*innen, Coworker*innen und Social Entrepreneure.

Walkshop in Angermünde
Ideen für einen Coworking-Space in Angermünde. Foto: Vanessa Weeke

Lokale Akteure werben in Walkshops für ihren Ort

Sie tauschten sich mit Akteur*innen der Regionalentwicklung, Wirtschaftsförderung, Lokalpolitik und vor Ort ansässigen Unternehmen über konkrete Beispiele aus. Durch das offene Format sollen örtliche Akteure neue Impulse erhalten und auf der anderen Seite Landinteressierte angelockt werden. Gemeinsam soll ein gesellschaftlicher Mehrwert generiert werden, der insbesondere auch die kommunale Handlungsfähigkeit im Rahmen des digitalen und demografischen Wandels in den Fokus stellt.

Neues Leben im alten Gutshaus

In Herzberg/Elster dreht sich beispielsweise viel um ein leer stehendes Gutshaus im Zentrum des Stadtteils Osteroda. Das Gebäude ist noch gut erhalten und soll für gemeinschaftliches Wohnen, Werkstätten und andere Arbeitsplätze genutzt werden.

Ähnliche Vorhaben gibt es in Angermünde. In einem städtischen Gebäude nahe des Bahnhofs können Interessierte künftig für eine bestimmte Zeit wohnen können, um sich erst anschließend entscheiden zu müssen, ob das Landleben etwas für sie ist. In einer alten Villa, die zuletzt ein Familienzentrum beherbergte. Jetzt probiert man sich an neuen Nutzungsmöglichkeiten. Zum Beispiel könnten hier Initiativen einsteigen, die ein Projekt zwischen Café, Bürgertreff, Coworking und Ferienwohnung umsetzen möchten.

Und im Nachbarort Stolpe steht ein altes Betonwerk zur Verfügung. Auf einer Fläche von 4,5 Hektar könnten sich Handwerker, Künstler oder sogar eine Produktion ansiedeln.

Konzepte für weitere Kommunen

Die Walkshops wurden von unserem Projekt Smart Country sowie von Betriebliche Arbeitswelt in der Digitalisierung, ebenfalls ein Projekt der Bertelsmann Stiftung, angeboten. Entwickelt und durchgeführt wurde das neuartige Projekt von „studio vor ort“. Letztendlich soll untersucht werden, ob ländliche Räume, die stark vom demografischen Wandel betroffen sind, durch innovative Konzepte wie den Walkshops revitalisiert werden können. Und inwieweit diese Konzepte auf andere Regionen übertragbar und damit skalierbar sind.

Titelfoto: Jens-Olaf Walter/flickr.com, CC BY-NC 2.0

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