Eine Frau steht vor einem Maisfeld. Sie hält ein Tablet hoch. Vorne im Bild sind zwei Kinder. Man sieht nur ihren Rücken und Hinterköpfe.

Neue Beispiele für das Smart Country

In allen Bereichen der Daseinsvorsorge werden immer mehr digitale Lösungen entwickelt. Sie schaffen Begegnungsräume, erleichtern Verwaltungsakte, unterstützen das Ehrenamt uvm. Lesen Sie hier eine Auswahl aus unserer Sammlung.

Mit digitalen Lösungen steigt die Lebensqualität in unseren Kommunen. In unserer Beispielsammlung Smart Country entdecken stellen wir immer wieder neue Technologien und Projekte vor, die Kommunen in Deutschland – insbesondere auch im ländlichen Raum – zugutekommen.

Die Initiator*innen der digitalen Anwendungen und Projekte kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen: Verwaltung, Universitäten, Vereine, Unternehmen, freie Coder*innen… Die einen entwickeln spezielle Apps, andere richten Räume ein, in denen bereits vorhandene digitale Anwendungen genutzt werden, wieder andere finden neue  Wege, um die städtische Infrastruktur zu verbessern.

Hier finden Sie eine Auswahl unterschiedlicher digitaler Lösungen aus unserer Sammlung Smart Country entdecken.

Digitale Bildung – damit Jugendliche die Zukunft mitgestalten können

Im Fabmobil werden Projekte mit jungen und interessierten Menschen zu Digitalkultur umgesetzt. Um Jugendliche zu Gestalter*innen ihrer eigenen digitalen Zukunft zu machen, richtete der Constitute e.V. einen Werkstattbus mit Geräten wie 3D-Druckern und Virtual Reality-Zubehör ein. Mit der mobilen Zukunftswerkstatt werden Jugendliche in ländlichen Region Ostsachsens erreicht, wo die kulturelle Angebotslandschaft weniger ausgeprägt ist.

Mit festem Standort in einer ehemaligen Bahnhofswartehalle bietet der Verstehbahnhof in Fürstenberg einen Makerspace für junge Leute. Auch hier sollen junge Menschen jeglicher sozialer Herkunft befähigt werden, Technologien selbstbestimmt zu nutzen und die digitale Gesellschaft mitzugestalten. Die Kinder und Jugendlichen werden hier auch pädagogisch und kulturell begleitet. Der Verstehbahnhof ist gleichzeitig ein „Jugend hackt Lab“, mit Unterstützung durch die Open Knowledge Foundation.

Infrastruktur – so wird die kommunale Instandhaltung einfacher

Die Gemeinde Schwabmünchen ist mit einigen Objekten ihrer kommunalen Infrastruktur vernetzt und spart auf diese Weise viele Wege. Kleine NFC-Chips an z.B. Bäumen, Laternen und Mülleimern werden einfach mit dem Smartphone ausgelesen. Die Wartung der Objekte wird auf den Chips vermerkt und gleichzeitig digital in der Verwaltung abgespeichert. Die NFC-Chips bieten den Bürger*innen außerdem eine Schnittstelle zur Verwaltung. Mit einem NFC-Chip an einem Spielgerät auf einem Spielplatz kann beispielsweise unkompliziert gemeldet werden, falls das Spielgerät defekt ist. In unserem Smart-Country-Blog erfahren Sie mehr über Schwabmünchen und die Vernetzung mit NFC-Chips.

In Essen sammelt die smarte Parkbank Soofa Daten für die Kommune und bietet Passanten freies WLAN und eine Aufladestation. Mit den gesammelten Daten über beispielsweise die Passanten-Frequenz kann die Kommune die Instandhaltung von öffentlichen Plätzen verbessern. Eine integrierte Analyse-Plattform erleichtert die Verarbeitung und Visualisierung der gesammelten Daten.

Die kommunale Straßenerhaltung kann mit günstigen Geräten und durch eine lernende Software vereinfacht werden. Die Vialytics eines Stuttgarter Start-ups fährt auf Routinefahrten z.B. der Müllabfuhr mit und erkennt Schlaglöcher. Zukünftig soll sie auch eine Prognose über den Straßenzustand geben können.

Digital souverän – Intelligente Pflege

Der gemeinnützige Verein Dein Nachbar in München verbindet professionelle Pflege und Ehrenamt durch digitale Prozesse. Ziel ist die flächendeckende soziale Versorgung für ältere hilfs- und pflegebedürftige Menschen innerhalb von 24 Stunden – deutschlandweit. Auf diese Weise werden professionelle Pflegeangebote durch ehrenamtliche Tätigkeiten ergänzt . In der Gute-Praxis-Datenbank des Wegweiser Kommune finden Sie weitere Informationen über Dein Nachbar e.V.

Welche digitalen Alltagsanwendungen Senior*innen wirklich helfen, erprobte die Uni Siegen im Forschungsprojekt Cognitive Village – Vernetztes Dorf. In Elsoff wurden z.B.  der Gottesdienst im Livestream angeboten und die Arztpatienten per Pager aus dem Dorfcafé ins Behandlungszimmer gerufen. Ein Tablet im dörflichen Supermarkt schaltet ältere Menschen aus ihren Wohnungen in den Supermarkt dazu, während Ehrenamtliche für die Daheimgebliebenen auf ihren Wunsch die passenden Produkte einkaufen. In unserem Smart Country Blog erfahren Sie mehr über das Cognitive Village Elsoff.

Über die App meinDorf55+ können sich Seniorinnen und Senioren im Nassauer Land vernetzen und gemeinsam ihren Alltag gestalten. Die Anwendung ist Teil des Projekts meinDorf55+, in dem sich analoge und digitale Kommunikation ergänzen. Alltägliche Herausforderungen sollen über die App zu Begegnungen führen und diese wiederum zu nachhaltigen sozialen Kontakten.

Coworking im ländlichen Raum – Dorfbüros

Die Verbandsgemeinde Prüm in der Westeifel möchte Berufspendler*innen möglichst im Ort halten und richtete deshalb einen Coworking-Space in einer leerstehenden Immobilie ein. Der „Schreibtisch in Prüm“ bindet so die Kaufkraft im Ort und reduziert den Verkehr. Angesprochen werden insbesondere Pendler*innen, Selbstständige und Unternehmen, aber auch Urlauber*innen und betreuende Angehörige.

Die Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig Holstein testet mit dem CoWork-Land neue Arbeitsformen in verschiedenen Orten auf dem Land. Die Ergebnisse und Erfahrungen aus der Pilotphase fließen in ein Schulungs- und Coaching-Programm ein, das Menschen bei der Gründung neuer Coworking-Spaces im ländlichen Raum unterstützt.  Eine Genossenschaft wurde bereits gegründet, um interessierten Gründer*innen eines Coworking Spaces professionelle Unterstützung anbieten zu können. Die Resonanz ist groß.

 

Diese und weitere Projekte finden Sie in unserer Beispielsammlung Smart Country entdecken. Laufend kommen neue digitale Lösungen hinzu.

Kennen Sie ein spannendes Projekt oder eine digitale Anwendung, die den ländlichen Raum smarter machen? Wir freuen uns über Hinweise.

 

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Titelfoto: Jan Voth.

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